Wenn man stumm ist, schreibt man seine Seele auf Papier.
Und manchmal schreibt man Geschichte.

22. Juni 2014

firstboyfriendwholeftme #3

Ich laufe die Treppen herunter und bleibe unten noch einmal stehen. - Der erste Besuch bei der Psychotherapie - Irgendwie ist der Gedanke ziemlich bitter, dass ich anscheinend schon wirklich so verkorkst bin, dass ich das nötig habe, aber mal ehrlich:
Der Mensch, der in dieser Welt nicht durchdreht, mit dem kann irgendwas nicht stimmen.
Ich atme tief durch als mir erneut die Tränen kommen. Die Flashbacks tauchen vor meinen Augen auf, wie ich in diesem Zimmer sitze, dass man von den Psycholeuten aus den Filmen kennt, und meine ganze Geschichte zur Hälfte ausplaudere, einfach so, weil ich selbst nicht mehr kann.
"Wie sieht es bei Ihnen mit Beziehungen aus?" - Wenn ich ehrlich bin, war ich auf diese Frage nicht gefasst. Ich schlucke, aber das macht es nur schlimmer.
Ich lächle, sehe nach oben und fächere mir mit den Händen Luft zu.
"Ach, nein, das ist nicht richtig! Sie haben so viel durchgemacht und sind trotzdem so stark, da sollten sie auch mal weinen dürfen, alles andere wäre nicht gut." - Und somit läuft mir die erste Träne die Wange herunter und ich erzähle von meiner ersten Beziehung und dann von meiner letzten.
Wechselhafte Depression
"Wissen Sie, dass sie sich so alleine fühlen ist wirklich ein Zeichen dafür, dass sie anders sind. Aber anders muss nicht schlecht bedeuten, es bedeutet nur, dass sie weiter entwickelt sind als die anderen Menschen. Sie fühlen sich allein, weil es kaum Menschen gibt, die so weit sind, dass sie dazu in der Lage sind, Sie verstehen zu können."
Eigentlich sollte einen so etwas trösten, oder ? Das Wissen, dass man klüger ist und mehr weiß, versteht.
Mich macht es nicht glücklich. Das einzige was ich will, ist so zu sein wie der Rest dieser Welt.
Ich will nicht klüger sein, oder hübscher oder irgendwas anderes.
Ich will einfach nicht mehr allein sein.

Ich verlasse das Gebäude, überlege, da 10m weiter weg Richtung Bushaltestelle die Bar steht, in der mein Ex-Freund arbeitet, ob ich wirklich an diese Bushaltestelle gehen soll. Ich gehe über die Straße um Abstand zwischen mich und die Bar zu bringen und da sehe ich ihn.
Ich stocke, halte den Atem an, fühle mich als würde ich gerade fallen.
Ich drehe meinen Kopf weg, sehe wieder hin, gucke weg und dann doch wieder hin.
Für einen kurzen Blick sehe ich, dass er in meine Richtung sieht (oder doch nicht?)
Ich weiß nicht, ob es mich gesehen hat, gehe weiter, in der Hoffnung, dass er zu mir gerannt kommt und mich fragt, wie es mir geht,- in der Hoffnung, dass er sich noch für mich interessieren könnte.
Nein.
Nichts.
Ich gehe weiter.




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